Tribal Symbole

Viele Völker bemalten sich mit Pflanzenfarben oder ritzen sich vorher die Haut auf, damit es dauerhaft blieb. Die Kelten tätowierten sich mit blauer Farbe oftmals spiralförmige Muster auf Armen und Gesicht. Die Berberstämme Nordafrikas malten Kreise und Striche auf ihre Körper. Viele orientalische Kulturen bemalen sich zu Feierlichkeiten und auch im Alltag Hände und Füße mit Henna.

Tribalstämme malen sich Zeichen auf  Stirn und Wangen, wie eben diese Völker es taten, wenn sie in den Krieg zogen oder die Götter anriefen. Viele Symbole haben eine Bedeutung und geben uns Kraft. Sie können nach außen etwas signalisieren, wie die Zusammengehörigkeit ihrer Träger oder entstehen aus Launen und Fantasie heraus.

Symbole abendländischer Kulturen

Der Kreis

Der Kreis ist ein Symbol für das Weibliche, für Einheit und Vollkommenheit und damit ein Symbol des Himmels. Er bildet ein in sich vollkommenes System ohne Anfang und Ende. Oft wird der kreis auch dargestellt in Form einer Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Es gibt kein oben und unten und somit keine Hierarchie. Ein rundes denken bedeutet Gleichheit, ein lineares Denken zeigt Gegensätze, Wertungen und Hierarchien. Der Kreis wird zudem oft als Sinnbild des weiblichen Bauches oder des Uterus gesehen. Aus seiner Mitte entspringt neues Leben. Die ältesten Tänze werden beispielsweise fast ausschließlich kreis- oder spiralförmig getanzt. In der Magie gilt der Kreis als Symbol des Schutzes gegen böse Geister und Dämonen. Diese schützende Funktion weißt man dem Ring und kreisrunden Amuletten zu. Konzentrische Kreise symbolisieren im Zen-Buddhismus die höchste Stufe der Erleuchtung und die Harmonie der geistigen Kräfte.

Der Kreis ist die Grundlage für den Aufbau von Nomadenzelten und -lagern und symbolisiert damit das Dynamische und in Bewegung befindliche. Das Quadrat hingegen ist Grundriss für Häuser, Felder und Städte der Ackerbau treibenden und sesshaften Menschen.

Die Spirale

Mögliche Ursprünge: Zyklische Entwicklung, Mondphasen, Fruchtbarkeit, Wiederkehr und Erneuerung. Die Spirale ist Sinnbild für die weibliche Schöpfungskraft. Spiralen sind in vielen alten Religionen Europas und des Vorderen Orients Kraftsymbole. Seit dem 6. Jahrtausend vor Christus ist die Spirale in Mitteleuropa archäologisch nachweisbar. Sie kann jedoch noch viel älter sein, so auf 25.000 Jahre alten Felszeichnungen gefunden. Besonders in der keltischen Mythologie taucht dieses Symbol immer wieder auch im religiösen Zusammenhang, im Schmuck und auf Alltagsgegenständen auf. Viele Kultstätte von der Bronzezeit bis in die Antike weisen eine spiralförmig Anordnung durch Steine und Mauern auf. Im Taoismus ist die Spirale ein Symbol für Tod und Auferstehung.

Die im Uhrzeigersinn verlaufende Spirale steht für den Beginn, das Öffnen, die Bewegung. Die gegen den Uhrzeigersinn verlaufende Spirale steht dagegen für das Ende, die Rückkehr zum Ursprung.

Der Mond

Als Symbol periodischer Neuerschaffung steht der Mond für die Zeit. Der Halbmond ist mit alten Bestattungskulten verbunden, die Mondsichel ist Symbol für das Totenschiff, die Mondbarke. Die Mondsichel ist in der keltischen Mythologie das Zeichen der Priesterinnen von Avalon. Sie dienen der großen Göttin.

Der Stern

Sterne sind Kinder von Sonne und Mond und sind Zeichen der Unsterblichkeit. Er symbolisiert die Suche nach Wahrheit und geistiger Entfaltung

Die Sonne

Die höchste kosmische Macht, das Zentrum des Seins und intuitiver Erkenntnis. Aus der Antike übernommen ist die Sonne als Symbol der Vitalität und Quell des Lebens. Die ältesten Kulturen der Erde verehrten sie als Gottesgestirn, sie weihten ihr Tempel und Pyramiden und brachten ihr Menschenopfer dar.

Der Tropfen

Er wird in manchen Kulturen gleichgesetzt mit einem Samentropfen und daher ist er wie der Regen Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben.

Im Buddhismus Symbol für Männlichkeit, Fruchtbarkeit und innere Reinigung. Verwendet wird der Tropfen in zahlreichen orientalischen und indischen Ornamenten.

Das Pentagramm

 

Es ist Symbol für die vier Elemente unter der Herrschaft des Geistes. Es bedeutet Gleichgewicht.

Auch steht es für die Gestalt des Menschen mit ausgestreckten Gliedmaßen. Da es weder Anfang noch Ende hat, steht es wie der Kreis für Macht und Vollkommenheit. Es ist ein Schutzsymbol und steht für Gesundheit und die fünf Sinne. Wie der Kreis besitzt es die Macht, böse Mächte und Elementargeister zu binden, daher bedeutet es auch Glück. Im Christentum steht es für die fünf Wunden Christi und war auch das Wahrzeichen des Ritters Gralritters Gawain. Dreht man es um, ist es auch Sinnbild des Bösen. In der schwarzen Magie bezeichnet das auf der Spitze stehende Pentagramm den Teufel und den Hexenfuß und ist Zeichen für die Verkehrung der wahren Natur des Menschen.

Das Rad

Das Rad ist ein Symbol der Sonne. Es steht für den Kreislauf des Lebens, Wiedergeburt und im Buddhismus auch für den Kosmos. Das Rad symbolisiert das Schicksal und die Zeit. Das Wagenrad bedeutet Souveränität und Autorität.

Quellen

  • Lexikon alter Symbole von J.C.Cooper 1986

  • Wörterbuch der Symbolik von Manfred Lurker 1991

  • www.wikipedia.de

Berber Symbole

In den Höhlenmalereien Nordafrikas, findet man die Anfänge der Berbersymbole als Ausdruck des täglichen Lebens. Sie spiegeln das mit der Natur verbundene Leben wieder. Aussaat, Ernte, Verehrung von Sonne, Mond, Erde und Sternen bilden die Symbolik der Berber von der frühen kulturellen Tradition bis ins Heute. Sie dienen als Schmuck mit einem ästhetischen Hintergrund und im religiösen Sinne zum Schutz vor dem bösen Blick und vor Geistern. Viele Symbole haben einen tieferen, spirituellen Sinn.

Da der Islam Tätowierungen verbietet, fanden die Berbervölker einen anderen Weg, ihre Tradition zu wahren. Sie platzierten ihr Schutz-Symbole auf den Gegenständen des Alltags. Sie verliehen Objekten oder Kleidung eine kunstvolle Gestaltung und boten durch Motive, Farben und Techniken dem Objekt oder dem Träger Schutz und Segen.

Meist waren es die Frauen der Berber, die tätowiert waren. Noch heute findet man auf Füßen und Händen der Bräute die gleichen Symbole wie vor Hunderten von Jahren, jedoch meist mit Henna gemalt. Die Symbolik umfasst Nummern, Quadrate, Koranverse, arabische Kalligraphie, geometrische Formen wie Dreieck, Quadrat, Kreuz, Sterne, Spiralen, Kreise und Diamanten, sowie Motive die Pflanzen, Blumen, Menschen, Tiere, Augen und Hände darstellen. Ein Fisch bspw. steht für Wasser, Fruchtbarkeit und Wohlstand. Der Vogel ist der Bote zwischen Himmel und Erde und symbolisiert das Schicksal. Der Adler steht für Macht, die Echse für die Suche nach Sonne, Wärme, Licht und der Seele. Die Schlange (als Phallus-Symbol) steht für Fruchtbarkeit und Heilkraft, usw.

Die Platzierung des Symbols, egal ob tätowiert oder gemalt, ist genauso wichtig wie das Design. Berberfrauen sind oft am ganzen Körper tätowiert und Symbole auf speziellen Körperpartien dienen unterschiedlichen Zwecken:

Nahe den Körperöffnungen - verhindert den Eintritt böser Geister
Hände, Arme und Finger - verleihen der Trägerin Geschicklichkeit
Füße - Schutz vor bösen Geistern die durch die Erde in den Körper gelangen
Brüste und nicht verdeckte Körperpartien - Unterstützung von Weiblichkeit und Sinnlichkeit
Knöchel, Hände - Schutz der Person vor dem bösen Blick
Rücken - verhindern Unfruchtbarkeit

Hier noch einige Beispiele:

Nase - Repräsentiert einen Krähenschnabel. Schutzsymbol. Meist am Hals tättowiert.
Kralle des Löwen - Symbol der Stärke und Schutz
Finger - Schutzsymbol
Gerste - Symbol der Fruchtbarkeit)
Augen - Symbol für Schönheit und Frau
Schachbrett - Steht im Zusammenhang mit Zaubersprüchen und himmlischen Erfahrungen. Vielleicht ein Symbol für religiöse Trance.
Frosch - Steht im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit und magischen Riten.
Spinne - Steht wie der Frosch im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und magischen Riten
Samen (Pflanze) - Symbol der Fruchtbarkeit
Auge - Symbol für den Schutz gegen den bösen Blick. Das Kreuz in der Mitte lenkt das Böse in vier Richtungen.
Ouarida (eine Blumenart) - Die Diamant-Form ist ein Symbol für den Schutz gegen den bösen Blick.
Schere - Symbol der Metallarbeiter, deren Beruf behandelt wird mit Angst und Respekt.
Sichel - Symbol der Metallarbeiter, deren Beruf behandelt wird mit Angst und Respekt
Schlange und Fisch-Skelette - Die Schlange ist ein heiliges Symbol und hat viele magische und heilende Eigenschaften.
Säge - Symbol der Metallarbeiter, deren Beruf behandelt wird mit Angst und Respekt
Amulett
Bird - positives Motiv, die trägt Baraka

Quelle:  Arts and Crafts of Morocco von James Jereb 2001

 

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