Die Wasserpfeife

Geschichte - Tabak und Kohle - Aufbau - Das Rauchen - Im Orient

...wird im arabischen Shisha, im türkischen Nagile genannt.Man raucht sie mit feuchtem Tabak mit Fruchtaromen.

Das Wort Shisha kommt aus dem persischen "shishe" udn bedeutet Glas. Im Nordafrikanischen bezeichnete man mit dem Wort speziell das Glas der Wasserpfeife oder die Pfeife als Ganzes.

Vermutlich kommt das System der Wasserpfeife aber aus Indien. Dort war sie ein System aus zusammengesteckten Bambusrohren auf einer Kokosnuss. Das Sanskrit Wort narikela, es bedeutet Kokosnuss, findet sich sowohl im persichen als auch im türkischen als "nargile" wieder.

Je nach Art der Wasserpfeife und Herkunftsland finden sich regionale Unterschiede in der Bezeichnung.

Geschichte

Die Ur-Wasserpfeife stammt wie oben schon erwähnt vermutlich aus Indien.

Heute verbinden wir mit einer Wasserpfeife vor allem das Klischée vom dicken Sultan, der zwischen seinen Haremsdamen liegt und genüsslich an einer Pfeife zieht. Bei den Osmanen taucht die Shisha aber erst im 16. Jahrhundert auf. Es entwickelte sich eine Kultur, die die Shisha gesellschaftsfähig machte. Man rauchte sie in der Gesellschaft anderer, in Teehäusern, oder bot sie Gästen als Zeichen der Gastfreundschaft an. Von der Türkei gelangte die Shisha nach Persien udn verbreitete sich von dort in den gesamten arabischen Raum.

Die Shisha wie wir sie heute kennen bekam ihre Form und Gestalt in der Türkei. Von dort gelangte sie in das westliche Europa und ist heute die Alternative zum gewöhnlichen Tabakrauchen.

Um eine Shisha zu rauchen, benötigt man speziellen Wasserpfeifentabak.

tabak und Kohle

Der Wasserpfeifentabak ist eine Mischung aus Tabak, Melasse und Glycerin. Er hat eine teigähnliche Konsistenz und besitzt bis zu 40% Feuchtigkeit. Angereichert wird er mit vielen verschiedenen Fruchtaromen. Am beliebtesten ist Doppelapfel, aber auch andere Sorten wie Banane, Himbeere, Vanille und neue Geschmacksrichtungen wie Capuccino oder Cola erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

In den arabischen Ländern hingegen wird meist nicht aromatisierter Tabak gerauch, nur manchmal unter Zugabe von speziellen orientalischen Tabaken, Honig, Rosenwassern oder Hölzern.

Als Wasserpfeifenkohle (Fachma) werden meist selbstzündende Kohletabletten verwendet. Sie brennen bis zu 90 Minuten. Alternativ kann man auch Holzkohle verwenden, sollte aber darauf achten, dass sie nicht mit Anzündern versetzt ist. Nachteil ist, dass sie entscheiden länger brauchen um zu glühen. Der Vorteil, so viele, ist dass sie "gesünder" sein soll.

Aufbau

Eine Shisha besteht aus mindestens vier Teilen:

  • ein vasenähnliches Gefäß
  • einer Rauchsäule
  • einem Tabakkopf
  • und einem Schlauch.

Das Glas ist häufig verziert oder farbig, besitzt je nach regionaler Eigenheit einen drehbaren oder stabilen Fuß aus Metall, oder steht direkt auf dem Boden. Darauf steckt man die Rauchsäule. Sie ist meist aus mit Chrom oder Messing beschichtetem Metall. Sie kann aus einem einfachen Rohr bestehen oder ist ebenso wie das Glas verziert, besitzt mehrere Knubbel oder Perlen. In der Rauchsäule integriert ist ein Ventil (um verkohlten Rauch abblasen zu können), sowie die Öffnung für den Schlauch aus Kunststoff, Leder oder Gummi. Oben auf die Rauchsäule wird der Tabakkopf gesetzt. Das Gefäß besteht meist aus Ton oder Metall. Es sieht aus wie ein kleines Abtropfsieb mit Ständer. Da hinein gibt man den Tabak. Oben auf legt man ein Metallsieb oder eine Alufolie, die durchstochert wird. Meist haben die Wasserpfeifen einen Teller, um herab fallende Kohle aufzufangen, sowie einen Windschutz, ähnlich einer Dose.

Shishas mit mehreren Rauchanschlüssen trüben nicht, wie oft erzählt wird, den Genuss und die Qualität des Rauchens. Allerdings muss man den Finger auf das Mundstück des Schlauches legen, wenn ein anderer zieht. Sonst wird die Luft nicht durch den Tabakkopf sondern durch den anderen Schlauch gezogen.

Die Shisha als Ganzes gibt es in allen möglichen Ausführungen und Größenvarianten bis zu 90 Zentimeter.

Das Rauchen

Um zu Rauchen füllt man das Glas mit ausreichend Wasser. Die Füllmenge variiert je nach Gefäßtyp und muss ausprobiert werden. Die Rauchsäule wird nun darauf gesteckt und sollte sich etwa 4 cm im Wasser befinden. Dann wird der Tabakkopf mit Tabak gefüllt. Die Menge ist abhängig vom Tabakkopf und von der gewünschten Geschmacksintensität. Auch hier empfiehlt sich ausprobieren. Am Anfang lieber erst mal weniger verwenden. Dann das Sieb oder die Alufolie darauf gelegt. Zwischen Sieb und Folie sollte etwas Abstand sein, sonst verbrennt der Tabak an der Folie und schmeckt entsprechend. Die Alufolie sollte man in mehreren Schichten aufbringen, damit sie nicht reißt oder zuviel Hitze durchlässt! Darauf legt man ein Stück glühende Kohle. Bei selbst entzündender Kohle etwas warten, bis die Tabletten richtig durchgeglüht sind, sonst schmeckt der erste Zug nur nach Rauch. Zieht man nun am Mundstück des Schlauches entsteht im Glas ein Unterdruck, der durch den Rauch aus der Rauchsäule ausgeglichen wird. Der Tabak wird also nicht verbrannt, sonder verdunstet. Durch den Weg durch das Wasser ist der rauch kühl und angenehmer als Zigarettenrauch.

Shisharauchen ist nicht gesünder als Zigarettenkonsum, auch wenn ein Teil der Schadstoffe vom Wasser zurückgehalten werden.

Da der Rauch der Shisha dichter und schwerer ist als der einer Zigarette, demnach weniger Sauerstoff enthält, kann das Rauchen einer Shisha zu Müdigkeit oder Trägheit führen. Dies erklärt, warum es von vielen Menschen als äußerst entspannend empfunden wird. In der Türkei und im arabischen Raum befinden sich die Teestuben und Shisha-Bars häufig an der frischen Luft, was mit Sicherheit einen großen Ausgleich schafft!

Im orient

Das Sisharauchen wird zelebriert. Dazu gehört Unterhaltung, Gesellschaft, Getränke und Speisen. Tee neutralisiert den Geschmack der Shisha im Mund und ist ein häufiges begleitmittel zur Wasserpfeife. Man konsumiert gemütlich auf orientalischen Kissen oder Matratzen, häufig im Liegen oder zumindest in äußerst bequemer Lage.

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